Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Neue Palästina-Ausgrabungen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 12)
- Language
- German
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ständig angefüllt war. Bei den im Frühjahr 1934 fortgesetzten Arbeiten stieß man außerhalb der antiken Mauer auf ein Heiligtum, das anscheinend ägyptischen Kulten geweiht war und einen Skarabäus Amenophis III. sowie eine mit der Kartusche Ramses II. versehene Fayencetafel enthielt, unter dessen Regierung der Tempel durch einen Brand zerstört zu sein scheint. Bald darauf sind seine Ruinen beim Neubau der Stadtmauer mit Bauschutt bedeckt worden, aus dem die wichtigsten Funde der ganzen Grabung geborgen werden konnten. Wohl die größte Überraschung bildete ein stark gebrauchter Krug, der aus zahlreichen Fragmenten fast vollständig zusammengesetzt werden konnte und neben Zeichnungen von Bäumen und Tieren eine einzeilige Inschrift trägt,12) die schriftgeschichtlich von höchster Bedeutung ist, weil ihre Zeichen eine nahe Verwandtschaft mit der Sinaischrift zeigen. Eine zweite Inschrift dieser Art wurde bei der im Winter 1934/35 durchgeführten Ausgrabungskampagne auf einer Schale in einem Grabe der 19./18. Dynastie gefunden.18) Allem Anschein nach stellen beide, zusammen mit einigen schon früher in Gezer und Beth-Semes gefundenen Inschriftfragmenten, eine Art Übergangsform zwischen Sinai- und Alphabet-Schrift dar und bilden damit ein wichtiges Argument für die bekannte Alphabet- 12) Vgl. die Abbildung in der Times vom 13. 6. 1934 zz AfQ 9, 358 Abb. 16. 13) Vgl. die Abbildung in den ILN Nr. 5025 vom 10. 8. 1935, 240 zz AfO 10, 388 Abb. 15.