Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Israel in Ägypten
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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ruhig die geheiligten Grabstätten der göttlichen Toten. Die Spitze dieser Staats-, Religions- und Kulturpyramide war der König. Er war schlechthin ein Gott, der sogar dargestellt wird, wie er vor seinem eigenen Bilde sich selbst anbetet! Ihm gehörte die Erde, nicht bloß die ägyptische, sondern in der Theorie die ganze Welt, ihm alle Schätze des Landes. Er ist Herr über Leben und Tod aller Untertanen, und im letzten Grunde wird nur für ihn gearbeitet. Hierbei ist ein unerläßliches Werkzeug der Stock. Wozu — sagte das Sprichwort hat denn der Mann einen Rücken? Er gehorcht nur, wenn er Schläge bekommt. „Es ist der Stock, der die Pyramiden gebaut, die Kanäle gegraben, den Eroberern die Siege verliehen hat. Er gehörte zur täglichen Lebensordnung, und es ist ein solch erstaunliches Wunder, wenn jemand, auch unter den Vornehmsten, sein ganzes Leben gelebt hat „ohne von einem Beamten Stockschläge bekommen zu haben“, daß man es selbst auf der Grabschrift anbringt. Der Arbeiter bekam nicht nur den Stock, sondern oft genug nicht einmal zu essen. „Zu den hochtönenden Sätzen der Inschriften von der Macht und dem Reichtum des Königs bildet das ständige „sie hungern, es ist ihnen keine Verpflegung gegeben“ der Akten den traurigen Kommentar.“ Der Träger des Stockes war der Schreiber, d.i. der Beamte. Ihr Stand war über jeden andren erhaben. Um es in dieser begehrenswertesten Laufbahn zu etwas zu bringen, mußte man, wie die Weisheitsm