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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1938-01-01 · 31 (1938) · p. Seite 87

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
31 (1938)
Article
Israel in Ägypten
Date
1938-01-01
Page
Seite 87 (sequence 4)
Language
German
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Israels in Ägypten könne nicht erfunden sein, denn für ein so nationalstolzes Volk wäre sie nichts weniger als ein Ruhm: Aber von einem nationalen Stolz auf seine Tugenden und Taten ist bei dem alten Israel wenig zu finden. Allein so sicher ein Mensch von sich behaupten darf, daß er geboren sei, auch wenn er keine Papiere darüber vorweisen kann, so sicher muß Israel aus ägyptischer Knechtschaft gekommen sein, weil seine ganze Existenz darauf gegründet ist und sonst keinen Sinn hätte. Damit beginnt der Dekalog, darauf basiert die Forderung des Gehorsams gegen Gottes Gesetz, besonders die Pflichten gegen Fremde, Knechte, und den Schwachen. Der nationale Egoismus und rassische Dünkel hätten sich besser gestanden, wenn man Ägypten hätte leugnen und eine glänzendere Vorgeschichte konstruieren können, was aber niemals jemandem in den Sinn gekommen ist. Wir können also auf die in ägyptischen Texten aus den Zeiten Ramses II—IV genannten Apriu. (Aperiu, Apriw, Apwiw), deren erste Erwähnung schon unter Tutmosis III geschieht, verzichten. Auf sie hat zuerst der französische Gelehrte Chabas 1862 hingewiesen. Sie waren eine Fremdbevölkerung in Ägypten, die zu Transportdiensten und Bauarbeiten an den Tempeln und Befestigungen gezwungen wurde, und in denen man die Hebräer hat erkennen wollen, was aber von anderen abgelehnt wird. Von Frohnarbeit beim Bau gibt eine oft vorgeführte Wandmalerei aus dem 15. Jahrhundert ein anschauliches Bild. 87

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