Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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orientalischen Völkern, die Juden eine erhebliche innere Widerstandskraft bewiesen, daß sie ihr eigenstes Erbe gesichert, bewahrt und durch diese Epoche, allen Gefährdungen zum Trotz, hindurchgerettet haben. Gerade auch die hellenistisch-jüdische Literatur selber ist ein Dokument dieser Selbstbehauptung des jüdischen Geistes innerhalb der griechischen Welt und griechischen Sprache. Denn ob nun Bibelübersetzung oder Bibelbearbeitung oder Bibelergänzung oder Historiographie oder philosophisches Schrifttum oder episches, dramatisches Schaffen in der Sprache der Griechen — auf allen diesen Wegen, mit allen diesen literarischen Mitteln wollen die jüdisch-hellenistischen Autoren Wirkung in die Breite üben. Sie wollen wirken auf das eigene Volk, um in der griechischen Sprache, da sie nun Weltsprache geworden ist, dem jüdischen Menschen die Tradition, das Gedächtnis an die jüdische Geschichte und an die Gestalten dieser Geschichte zu bewahren. Die jüdisch-hellenistische Literatur wendet sich gleichzeitig aber auch an die heidnische Umwelt. Der Nicht-Jude soll erfahren von dem Glaubensbesitz des jüdischen Volkes. Dieser Glaubensbesitz soll verkündet, zugleich soll er verteidigt werden. Die Apologetik spielt in diesem Schrifttum eine bedeutsame Rolle. Von diesem geschichtlichen Gesamtraum, von dieser hellenistisch-jüdischen Epoche hebt sich Gestalt und Werk des Ezechiel ab. In griechischen iambischen Trimetern, in der Nachfolge der griechischen Tragödie also, schuf dieser hellenistische Jude 78