Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Sinai, war er nicht durch .eben jene große griechische Welt bedroht und gefährdet? Im Bereich von Palästina ist die makkabäische Bewegung der Ausweis für das, was hier auf dem Spiele stand. Doch die Juden in der Diaspora unterlagen in einem noch ganz anderen Maße den Einflüssen des Hellenismus. Ägypten, und hier Alexandreia, war der Hochsitz der hellenistisch-jüdischen Diaspora. In der Jewish Encyclopedia gibt der Aufsatz über „Hellenism“ eine sehr prägnante Darstellung dessen, worum es damals in der religiösen Geschichte des jüdischen Volkes ging. Als eine wirkliche Gefahr wird hier jener Hellenismus charakterisiert. Die Bedrohung, die für die jüdische Religion ausging vom griechischen Polytheismus, die Subslanzverdünnungen, die sich der Bibelinterpretation mitteilten durch die von der Stoa übernommene allegorische Exegese — alle diese zerstörerischen Elemente werden in der Darstellung der Jewish Encyclopedia gekennzeichnet und ergänzen sich zu einem Gesamtbild, in dem die ganze Problematik dieses Hellenismus sichtbar wird. Die herrlichen Schätze, die der jüdische Geist damals, nachstrebend auf den Wegen der griechischen Antike, sich erwarb und sich zu eigen machte — diese Schätze hätten doch der Lebensmitte des jüdischen Geistes, des jüdischen.Volkes, dem ererbten Glauben der Väter, zu einer vernichtenden Gefahr werden können. Die moderne wissenschaftliche Forschung ist sich aber einig in der Feststellung, daß dem Hellenismus gegenüber, verglichen mit den anderen 77