Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 30)
- Language
- German
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Hellenismus sich aneinanderreihen und zusammenschließen. Welches sind die literarischen Tatsachen? Die griechische Sprache war Weltsprache geworden. In - der Vermittlung durch die griechische Sprache vollzieht sich der Aufbau einer Weltliteratur. Auch die Juden nehmen und haben Anteil an diesem Prozeß. Ihr erstes Hauptanliegen ist, wie natürlich bei diesem Volke des Buches, die griechische Übersetzung der Heiligen Schrift. Die Bibelübersetzung der Septuaginta in griechischer Sprache wird geschaffen. Weitere Bemühung gilt der Bearbeitung und Ergänzung der biblischen Literatur, ebenfalls in griechischer Sprache. Aber es geschieht noch ein Weiteres. Die Juden verlassen den begrenzenden Raum der ihnen eigenen Literaturformen, die sie bisher in hebräischer Sprache verwaltet hatten. Die Juden bedienen sich nun, indem sie griechisch schreiben, auch der von den Griechen beherrschten und gemeisterten Formen. Wie es in der griechischen Literaturgeschichte von Christ-Schmid-Stählin heißt, ist der jüdische Hellenismus gekennzeichnet durch eine Nachahmung der Literaturformen der Profangräzität. Die Juden beginnen nun Historie zu schreiben, wie die Griechen Historie schreiben. Der philosophische Dialog, die Diatribe und nun auch das Epos und nun auch das Drama werden von griechischem Vorbild entnommene Formen jüdischer Gräzität. In diesem Gesamtraum steht das historische Werk des Josephos, das philosophische System des Philon, des Phiions Dar- 75