Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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gegnen wir ebenfalls diesem Bilde von den in die Knie stürzenden Gestirnen. Kuiper hat auch noch, und zwar für die Rhagueldeutung des Traumes (Ezechiel Vers 83 ff.) eine Vergleichsmöglichkeit zu finden geglaubt und hat auf Daniel 7,27 die Aufmerksamkeit hingelenkt, wo ebenfalls ein Ausdruck für eine unendliche Machtfülle geschaffen ist, wofür dann bei Ezechiel in den Versen 87—89 das entsprechende Gegenbild zu finden wäre. Es verlohnt sich aber auch auf das iDialogfragment hinzublicken, in dem Ezechiel — ebenfalls aus eigenem Phantasierecht, ohne biblische Anlehnung — einen Dialog zwischen Sepphora und ihrem Bruder Chus zu gestalten versucht hat. Kappelmacher wirft die Frage auf, weshalb denn wohl Chus in dieser Szene erscheine, um gleich allerdings hinzuzusetzen, daß sich nur vermutungsweise hier interpretieren lasse. Immerhin läßt sich vielleicht den Worten des Chus eine gewisse Spannung anmerken. Kappelmacher gibt der Möglichkeit Raum, es sei vielleicht nicht nach dem Sinne des Chus, daß Rhaguel seine Tochter dem Moses zur Frau gegeben hat. Die Möglichkeit einer solchen dramatischen Spannung ist doppelt anzumerken in einem Werk, dem man den ästhetischen Charakter eines wirklichen Dramas nicht konzediert hat und auch nicht konzedieren kann. Doch weist hier der ganze Textbestand nur zwei Verszeilen auf, und so läßt sich Endgültigeres nicht konstatieren. - Der Abschluß des Dramas (Vers 254 ff.) enthält dann noch — und Ezechiel schafft auch hier 71