Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/3111067-3111128-3119349--7918-3119478- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Lucius Accius in die Debatte geworfen hat. Kappclmacher denkt hier an den Brutus dieses römischen Tragikers und die dort von dem römischen Dichter gestaltete Traumerzählung und Traumdeutung. In seiner Interpretation kommt Kappelmacher zu dem Ergebnis, es seien für Accius die griechischen Vorbilder maßgebend gewesen. Zu demselben Urteil kommt er auch bezüglich der Traumerzählung und Traumdeutung im Werke des Ezechiel: „wir werden weder dem Römer noch dem Juden eine Erfindung Zutrauen dürfen, vielmehr annehmen, daß sie in hellenistischer Zeit üblich war“. Man hat in der Ezechielliteratur auch versucht, den Mosestraum, wenn er auch in den Exodusberichten nicht belegt ist, mit anderen Stellen des alten Testamentes in eine Verbindung zu setzen. Für diese Interpretationsmöglichkeiten sei auf die Ezechielstudie von K. Kuiper verwiesen, die aus ihrer lateinischen Originalfassung in der „Revue des etudes juives“ (46, 48 ff. und 161 ff.) ins Französische übertragen ist; diese französische Übersetzung enthält übrigens auch eine französische Prosaübertragung der Ezechieltexte. Kuiper hat die Meinung vertreten, es ließe sich von dem Mosestraum des Ezechiel eine Verbindung herstellen zu den Josephträumen in Genesis 37. Insbesondere spürt Kuiper eine Einflußmöglichkeit von Genesis 37,9. Der Septuagintatext macht in dem dort gebrauchten Verbum eindringlich, wie die Sonne und der Mond und die elf Sterne im Dienste der Erfürchtigung zu Boden sinken. Und bei Ezechiel (Vers 79,80) be- 70