Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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von diesen Gesichten in den Grund der Seele erschüttert und erschreckt Moses aus seinem Schlafe springt. Visionäre Erhabenheit eignet dann, korrespondierend, auch der Deutung, die dieser Traum durch Rhaguel erfährt. Von Größe sind Rhaguels Worte umleuchtet, in denen er dem Moses die Zukunft des Propheten, die Macht des Sehers vorausverkündet. In der Ezechielliteratur hat man die berechtigte Frage gestellt, inwieweit Ezechiel hier, wenn er auch in den Exodusberichten keine Stützung für diese Traumerzählung und Traumdeutung gehabt hat, vielleicht doch aber in der Einflußsphäre der antiken Dichtung stand. So hat man darauf hingewiesen, daß die große griechische , Tragödie das Mittel der Traumerzählung in genialer Weise zu nutzen gewußt hat. Man hat an die „Perser“ des Aischylos erinnert, an den Traum der Atossa, man hat auf die aischyleischen „Choephoren“ verwiesen, auf den Traum der Klytämnestra in der „Elektra“ des Sophokles und endlich auf den Traum der Iphigenie in der taurischen „Iphigenie“ des Euripides. Es ist hier nicht Raum und Anlaß für eine analysierende Darlegung, in welcher Weise Ezechiel in der Gestaltung des Mosestraumes und der Traumdeutung von diesen großen tragischen Vorbildern abgewichen ist, wie zu ihnen die dramatische Verwendung des Traumes bei Ezechiel sich verhält. Kappelmacher hat einen weiteren Hinweis beigesteuert, indem er aus dem Bereich der römischen Dichtungsgeschichte den Namen des Tragikers 69