Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 22)
- Language
- German
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von Gott ihm auferlegte Sendung nun auch wirklich vollziehe. Man hat in der Ezechiel-Literatur2) darauf hingewiesen, daß der „Auszug aus Ägypten“ kein eigentliches Drama sei, sondern mehr eine geschichtliche Darstellung, und deshalb auch nicht eine Peripetie enthalte. Hierauf bliebe doch immer zu sagen, daß der epische Charakter des Exodusberichtes dennoch nicht die Kraft der dramatischen Spannungen und die Intensität der Seelendarstellung und Seelenerfassung beeinträchtigt oder gar verhindert hat. 2. Die Frage nach dem dichterischen Rang und Wert des Ezechieldramas darf nun aber nicht nur ausgerichtet bleiben auf die Textfragmente, in denen Ezechiel in Anlehnung an die Bibeltexte als dramatischer Dichter gestaltet. Es war davon bereits die Rede, daß Ezechiel in seinem Drama hier und dort auch aus Eigenem geschöpft hat, daß wir auch die Möglichkeit besitzen, ihn zu belauschen, wo er der eigenen Phantasie Freiheit läßt und von den textlichen Bindungen an die Heilige Schrift sich löst. Im Gesamtraum' des Dramas sind es drei Stellen, in denen Ezechiel aus solchem freien Recht 2) Für die Ezechiel-Literatur, überhaupt für den jüdischen Hellenismus vergl. Christ-Schmid-Stählin, Geschichte der griechischen Literatur; Franz Suse mihi, Geschichte der griechischen Literatur in der Alexandrinerzeit; Emil S ch ür e r, Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi; L. M. Philippson „Ezechiel, des jüdischen Trauerspieldichters Auszug aus Egypten und Philo des Aelteren Jerusalem. Nach ihren Fragmenten herausgegeben, übersetzt und commentiert“, Berlin 1830, sowie die jüdischen Encyclopädien. 6* 6 7