Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 19)
- Language
- German
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T stoßen und Gegenstößen versucht die Rede des Moses anzubranden gegen das göttliche Wort (Exodus 3,11; 3,13; 4,1; 4,10; 4,13; 6,12; 6,30.) Ein Demütiger ist es, der hier spricht, der sich der göttlichen Sendung nicht fähig und gewachsen fühlt. Ein Mensch spricht im ganzen Bewußtsein j seiner Ohnmacht und Hilflosigkeit. Und dennoch, | hat diese Demut nicht doch im letzten auch Züge 1 der Hybris? Wie denn kann es ein Mensch, der von Gott gesendet wird, überhaupt wagen, gegen Gottes ewige Gründe menschlichen Grund, menschliches Erwägen entgegenzusetzen? Und so geschieht es denn auch im Bibelbericht, daß — in Exodus 4,14 — das Entsetzliche und Grauenvolle Wirklichkeit wird, daß über das Wider-Reden und Gegen- Fragen des Moses der Zorn des allmächtigen Gottes herniederstürzt. In diesem Gesamt also steht Exodus 4,10, woran die Ezechielverse 113—115 sich anzulehnen suchen. Die Ezechielfragmente weisen aus, daß Gott die Ängste des Moses zu beruhigen sucht, indem Gott dem Moses verheißt, es werde Aaron sprechen an seiner Statt (Ezechiel Vers 116—119). Es folgt bei Ezechiel der Dialog über den Stab (Vers 120—131), in Anlehnung an Exodus 4,2 ff. Dann setzt sich bei Ezechiel (Vers 132 ff.) die Rede Gottes fort, in welche der Dichter die Berichte der Bibel über die ägyptischen Plagen, den Auszug aus Ägypten, die Heiligung des Passahfestes (in Anlehnung an Exodus 7—11 und 12) zusammenfassend einbezieht. Hier freilich nun kann man nicht umhin, gegenüber der Gestaltungsfülle, gegenüber der 64