Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 17)
- Language
- German
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den Worte Gottes, deren Analyse soeben versucht worden ist, folgt nun in kürzester Formung Gegenrede des Moses, und es folgt dann, Vers 120—131, Rede Gottes und Antwort des Moses, in Anlehnung an Exodus 4,2 ff; in Anlehnung also an die Geschichte vom Stab. Gibt man dem Gedanken Raum, es habe der Tragiker Ezechiel danach trachten müssen, die menschliche Gestalt des Moses in ihrer Größe, aber auch in der Größe ihrer Spannungen aufragen zu lassen, so liegt in diesem Bereich des Dramas der dichterische Wertakzent auf den Versen 113 bis 115. Man hat von Ezechiel gesagt, er verrate in seiner Wortgestaltung, in seinem stilistischen Ausdruck Einfluß und Wirkung der euripideischen Tragödie. So muß die Frage verstattet sein, ob im Drama des Ezechiel sich etwas davon verspüren läßt, daß der griechische Jude von dem griechischen tragischen Genie auch etwas davon sich hat mitteilen lassen, wie die Kämpfe einer Seele in dichterische Gestaltung erwachsen können. Was besagen die Verse 113—115 für eine solche Fragestellung? Moses spricht hier in Demut von seiner Unzulänglichkeit. Der Sendung, die Gott auf ihn gelegt habe, sei er nicht gewachsen. Um vor den Pharaonerikönig zu treten, habe er nicht die Macht der Rede. Es fehle ihm der Schmuck des Wortes, schwer gehe seine Zunge, nur zu stammeln vermöge er und so sei er nicht geschickt; und geschaffen, um verkündend und fordernd vor. Ägyptens König zn Ö2