Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 15)
- Language
- German
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diesen' beiden Eingangsakzentuierungen setzt num die Rede Gottes im Zusammenhänge ein. Wie gestaltet diesen Anfang des Gottesgespräches mit Moses Ezechiel, der Tragiker? Der Doppelanruf „Moses! Moses!“ ist in einen ganz unzureichenden Ausdruck umgewandelt. Aus dem Doppelanruf wird nur das einmalige Nennen des Namens Moses. In der Anrede nennt Gott den Moses einen edlen, erwählten Mann. Und der zweite Akzent, daß Moses erst kurz Antwort gibt, ehe Gott wieder anhebt, fehlt ganz bei Ezechiel, so daß der Anfang dieses Gespräches eines großen rhythmischen Wertes beraubt ist. Vergleicht man nun weiter Exodus 3,5 und 6 mit dem Ezechieltexte, so ist hier allerdings zu sagen, daß Ezechiel den numinosen Gehalten dieser Bibelverse sich ganz erschließt und jedes Bemühen daran setzt, diese geheimnishaft sakrale Sphäre in seinem Gedichte ebenfalls sich entfalten zu lassen. Wie in Exodus 3,5 mahnt auch bei Ezechiel Gott den Moses nicht näherzutreten, ehe er die Schuhe gelöst habe von seinen Füßen. Denn es sei heiliger Boden, auf dem er stehe. Heißt es in Exodus 3, 6, daß Moses sein Angesicht verhüllt, weil er sich fürchtet, Gottes Antlitz zu schauen, so sind auch diese numinosen Momente bei Ezechiel gewahrt. Es ist nicht so, daß in dieser Szene im Drama des Ezechiel Gott selber erscheint. Man vernimmt nur Gottes Stimme. Daß Moses im Angerufensein von dieser Stimme das numinose Tremendum, das Fürchten und Zittern vor dem allmächtigen Gott, in 60