Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Textvoraussetzungen in Exodus 11—12. Es mag dahingestellt bleiben, ob es sich bei Ezechiel hier um eine weitere, neue dramatische Szene handelt. Jedenfalls folgen auf die Worte, die Gott am Dornbusch zu Moses spricht, bei Ezechiel weitere Verkündigungen und Verheißungen Gottes, in denen von den kommenden Plagen Ägyptens, von dem Auszug Israels , und von der Feier und Heiligung des Passahfestes gesprochen ist. Die uns erhaltenen Fragmente des Ezechiel bringen jetzt nur noch zwei weitere Szenen: Ein Ägypter, der aus dem Verhängnis seines Volkes am roten Meer entfliehen konnte, berichtet von dem glücklichen Durchzug der Israeliten und von dem Untergang des ägyptischen Heeres. Ezechiel folgt hier Exodus 14. In der letzten erhaltenen Szene berichtet ein Bote, der dem Zug der Israeliten wohl zu Kundschafterzwecken vorausgeschickt war, dem Heeresführer Moses von der Auffindung der Lagerstätte bei Elim, von den zwölf Wasserquellen und siebenzig Palmenbäumen, die man dort gefunden habe. Hier liegt Exodus 15,27 zu Grunde. Der Bericht dieses Boten setzt sich aber in derselben Szene noch fort. Nun weiß er von einem wunderbaren mächtigen Vogel zu erzählen, den man gesehen habe. Fast doppelt so groß wie ein Adler sei er gewesen, und die anderen Vögel seien ihm gefolgt wie einem Könige. Hier hat Ezechiel keine Textstützen in der Heiligen Schrift, vielmehr gestaltet der Dichter aus Eigenem. 4* 51