Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ezechiel, der Tragiker
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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dieses Dramas ist und wie, so weit die Fragmente noch Aufklärung jgeben, die dramatische Handlung vom Dichter aufgebaut wurde. I. Das Drama des Ezechiel führt den Titel „Auszug“. Gemeint ist der Auszug Israels aus dem Lande Ägypten. Das Drama eröffnet gleich mit Worten jener biblischen Gestalt, die hier inmitten der biblischen Berichte in erhabener Größe auf ragt. Ezechiel stellt in den Anfang seines Werkes einen langen Monolog des Moses, der uns hier begegnet unmittelbar nach seiner Flucht aus dem Lande des Pharao. Moses ist nach Midian geflohen. Hier setzt Ezechiels Drama ein. In Anlehnung an Exodus 2 schaut Moses in diesem Monolog auf die Geschichte seines Volkes, auf sein eigenes bisheriges Leben zurück. Moses gedenkt der Zeiten, in denen Jakob nach Ägypten kam, gedenkt der Leiden, die das jüdische Volk unter dem Pharao zu erdulden hatte. Dann spricht Moses in diesem Monologe von sich selber, seiner Mutter, wie er im Schilf ausgesetzt worden ist, wie ihn die Tochter des Pharao gefunden und wie ihr eigenes Kind ihn hat erziehen lassen. Dann blickt er auf die jüngste Vergangenheit zurück, spricht von der Ermordung des Ägypters, von dem Ruchbarwerden dieser Tat, von dem Anlaß seiner Flucht aus Ägypten in dieses fremde Land, nach Midian. Die folgende Szene zeigt Moses im Gespräch mit den sieben Töchtern Rhaguels. Ezechiel dichtet hier 4 49