Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ein wiedergefundener Bibelvers
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 7)
- Language
- German
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hervor, daß er alle Fallenden stützt und alle Gebeugten aufrichtet. Hierin sind auch die Toten eingeschlossen. Es sei noch angefügt, warum seit alter Zeit unser 145. Psalm von zwei Versen Psalm 84, 5 und 144,15 eingeleitet und mit Psalm 115, ^8 geschlossen wird. Der am Schluß zugesellte Satz 'ואנחנו נברך וג ״Und wir wollen den Herrn preisen von nun an bis in Ewigkeit, Hallelujah“ soll ersichtlich den Übergang zu den im Gebetbuch nachfolgenden Psalmen 146 bis 150 geben, die alle mit dem Wort ״Hallelujah“ beginnen und schließen. Der 145. Psalm wird also in seinem Ausklang als eine Einheit mit den nachfolgenden aufgefaßt. Die ihm vorausgehenden zwei Verse ״Heil denen, die in deinem Hause weilen, immerdar rühmen sie dich, Sela. Heil dem Volk, dem es so ergeht, heil dem Volk, dessen Gott der Ewige ist“ stellen wiederum eine Verknüpfung mit dem im Gebetbuch vorausgehenden Abschnitt יהיי כבוד dar, der wie unser Psalm aus 21 Bibelversen besteht und ebenso oft den Gottesnamen erhält. I. Elbogen macht in seinem Werk ״Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung“ darauf aufmerksam, daß das Rezitieren des Aschre nur dann einen Sinn hat, wenn man soeben das Gotteshaus betreten hat und die Andacht wie zu Mincha auf diese Weise beginnt. Sehr einleuchtend für das Beten des Aschre und des Psalm 145, die eine Gruppe der Morgenpsalmen einleiten, ist auch der Brauch an den Selichatagen, 43