Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ein wiedergefundener Bibelvers
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 8)
- Language
- German
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wo man als Introduction des Ganzen ebenfalls mit unserem Aschre und Psalm 145 anhebt. Man kann hieraus schließen, daß es seit Altem eine feste Sitte war, längere Andachten durch ein Weihewort der Weihestätte zu eröffnen. Der Gemeinde sollte zum Ausdruck gebracht werden, daß ihr wohl geschieht und daß Israels Aufgabe und Geschick von Gott stammt und heilvöll ist. Die Unantastbarkeit und Unversehrbarkeit der Heiligen Schrift gibt Zusätzen und Abstrichen keinen Raum, und doch darf man zusammenfassend folgendes annehmen: Unsere Weisen haben zweifeilos die Septuagintastelle gekannt.3) Um aber keineswegs den endgültig fixierten Text durch irgendeine, ob auch noch so geklärte. Einfügung zu berichtigen, hat man nach einer Argumentierung gesucht, die das Fehlen eines Satzes mit Nun begründen soll. In unserer theoretischen Abhandlung haben wir aber nicht nötig, auf einen Satz zu verzichten, dessen Echtheit feststeht. Wir wollen nicht, daß er eingeschoben werde, wir wollen nicht, daß irgendwo in der Heiligen Schrift auch nur ein Buchstabe verändert werde, möchten aber dartun, daß der Satz נאמן ה׳ בדברייו וחסיד בכל־ מעשיו zu unserem Psalm gehört hat. Durch irgendeinen Abschreibefehler ist er weggefallen, und die Späteren haben nicht gewußt oder vermocht, ihn in seine Rechte einzusetzen. Der Gedanke ,,Treu ist Gott in seinen a) Wie ich bei der Drucklegung höre, soll auch Felix Perles sich mit unserer Frage beschäftigt haben; aber wo? 44