Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ein wiedergefundener Bibelvers
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Strichen oder ging er verloren? Der Talmud bemerkt hierzu (wiederum in B’rochaus 4 b): R. Jochanan sagte: ,,Weshalb fehlt das Nun im Aschre?“ So wird bekanntlich der 145. Psalm schon in alten Zeiten genannt, und wir werden uns am Schluß dieser Abhandlung auch noch damit beschattigen, warum ihn zwei Psalmverse mit dem Heilsruf Aschre (am Anfang) und einer mit der Lobpreisung Hallelujah (am Schluß) umkränzen. R. Jochanan antwortet: ״Weil mit ihm die Niederläge der Widersacher Israels beginnt“. Diese Ausdrucksweise kann als Euphemismus für Israel selbst gelten, denn es heißt in dem Propheten Arnos 5,2 ♦״ נפלה לא־תוסיףקום בתולת«ישראלGefallen ist sie, nicht steht sie wieder auf, die Jungfrau Israels“. Der Gemaratext fährt fort: Im Westen (in Palästina) erklären sie diesen Bibelvers in günstigem Sinne. ״Gefallen ist sie, nicht wird sie fürder fallen. Aufstehen sollst du Jungfrau Israels“. Man denke hierbei an Jeremia 31,3, wo es heißt: ״Ich werde dich aufbauen, ja, du wirst aufgebaut, Jungfrau Israels“. In den folgenden Zeilen des talmudischen Textes macht R. Nachman bar Jizchak darauf aufmerksam, daß Vers 14 unseres Psalms, der mit den Worten סומך ה׳ לכל־הנפלים beginnt und in unserer hebräischen Bibel dem Verse מלכותך folgt, im Gedankengang laute: ״Der Ewige stützt alle Fallenden“. Mit dem Worte Fallende sei zu beweisen, daß David, unser Dichter, einen Satz mit N absichtlieh weggelassen habe, aber durch *7\ סומך habe an- 39