Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Die Psalmen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Sache Gottes willen, die in den Augen der Welt leidet, wenn sich seine Heiligkeit und Größe nicht in seiner gerechten Waltung offenbart. Das Glück der Gottlosen und das Leid des unschuldig Verfolgten sind das Thema von Psalm 10; 35; 56; 69; 109; 141; 142 und anderen. Die Frevler glauben nicht an Gott und verhöhnen den Frommen wegen seines Gottvertrauens und meinen, alle ihre Freveltaten vollführen zu können, da es keine Gerechtigkeit gibt, sie zu strafen. Der Dichter von Psalm 139 sagt es ausdrücklich, daß er seine Hasser haßt, weil sie Gottes Feinde sind (V. 19—22). Gott darf das Tun der Frevler nicht mit ansehen, weil sie seinen Namen schänden; die Frömmigkeit muß sich darin bewähren, daß die Sache des Frommen siegt: „Mach nicht an mir zuschanden, die dein harren (69,7); „erwirk5 an mir ein günstig Zeichen, daß meine Hassser sehen und sich schämen“ (86,17). Wenn der Fromme nicht an Gottes Gerechtigkeit zweifeln soll, muß sich an seinem Glück und an dem Verderben der Frevler erweisen, ob er recht hat oder derjer*ige, der ihm höhnend und spöttisch zuruft: „Wo ist dein Gott?“ (42,11). Wer sind die Feinde des Frommen? Es ist sehr zu bedauern, daß wir nie einen Namen hören, nicht erfahren, ob es sich um politische oder religiöse Gegner handelt. Die oft gebrauchte Bezeichnung „ani, anaw, ewjon“ (Armer, Gebeugter) (14,6; 22,27; 34,3; 35,10; 72,4; 74,21; 140,13; 147,6) für den Beter selbst oder seine Gesinnungsgenossen, während die Frevler zuweilen mit „sedim“ oder 3 33