Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Mont Soleil
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Deux fois avec vous — Mon fiance est doux. Der Doktor hatte nicht gewagt, der kranken Schwester den Tod der Geliebten mitzuteilen. Sie durfte nicht ahnen, was ihr bevorstand. Er log aus Erbarmen. Martha fragte: „Wie geht es Mathildchen?“ — „Ihr ist wohl.“ „Hat sie keine Schmerzen mehr?“ — „Gar keine.“ „Warum hast du sie nicht mitgebracht?“ — „Du weißt doch: die Mutter! Sag ihr kein Wort, niemand, versprich mir!“ — Die Geschwister schwiegen. Im ganzen Hause Ebertsheim sprach niemand mehr von Mathilde La Ennec. Bis auf den heutigen Tag. — Aber in Marthas Innern ging Mathildens Krankheit ihren schleichenden Gang. Und wenn auch der Doktor in den neun Jahren manches hinzugelernt und die Wissenschaft Fortschritte gemacht hatte, und obwohl es die Sonne dies Jahr mit Gesunden und Kranken sehr gut meinte, die Krankheit schlich weiter. Am Rochusfest gab es die ersten Trauben. Martha trank den süßen Most, den die Mutter gepreßt hatte, und er schmeckte ihr süß wie die Küsse ihres Verlobten. Eines Sonntags fährt der Bräutigam mit einem Ghaisenwägelchen, das er vom Großhändler Koblenz zu einer Spazierfahrt entliehen, im Hof 327