Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Mont Soleil
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Docteur Ebersein, der Weiser, Kurieren mir mit ’ochzeitsreiser. Als sie sich erhebt, kann sie keinen Schritt machen. „Ich husten heut weniger als avanthier . . hustet sie. Isaac und Anderees tragen die in Decken Gehüllte zum Schiff. „Willst du nicht den Eltern Adieu sagen?“ fragt leise die Schwester den Bruder. „Ich kann nicht“, antwortete der. „Aber ich schicke Geld, sag das der Mutter!“ Martha küßt die Scheidenden, weint und winkt. Das Schiff verschwindet im Nebel. Es ist das erstemal, daß Mathilde auf einem Dampfer fährt. Isaac hat sie dicht neben den Maschinenraum gebettet. Da hat sie Wärme. Der Anblick der gleitenden Ufer macht ihr Freude. „Ta femme nie wieder krank sein. Sonntag ich bin gesund. Montag wir können ’eirat.“ — Oberhalb Mainz läßt der Regen nach. Der Dampfer legt an. Mathilde schläft ein. Als die Maschine wieder zu stampfen beginnt, öffnet sie die Augen und küßt die Hand des Mannes. „Mon soleil . . .!“ So geht es an den Weinhügeln von Nierstein vorüber und durch die träge Windung des Altrheins. „Wir müssen heut noch weit, cheri . . . nach Frankreich . . .!“, drängt sie. „Tildchen, Geduld!“ Bei Oppenheim gibt er ihr einige Tropfen 322