Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1937-01-01 · 30 (1937) · p. Seite 322

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
30 (1937)
Article
Mont Soleil
Date
1937-01-01
Page
Seite 322 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3111067-3111126-3118963--7778-3119305
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Docteur Ebersein, der Weiser, Kurieren mir mit ’ochzeitsreiser. Als sie sich erhebt, kann sie keinen Schritt machen. „Ich husten heut weniger als avanthier . . hustet sie. Isaac und Anderees tragen die in Decken Gehüllte zum Schiff. „Willst du nicht den Eltern Adieu sagen?“ fragt leise die Schwester den Bruder. „Ich kann nicht“, antwortete der. „Aber ich schicke Geld, sag das der Mutter!“ Martha küßt die Scheidenden, weint und winkt. Das Schiff verschwindet im Nebel. Es ist das erstemal, daß Mathilde auf einem Dampfer fährt. Isaac hat sie dicht neben den Maschinenraum gebettet. Da hat sie Wärme. Der Anblick der gleitenden Ufer macht ihr Freude. „Ta femme nie wieder krank sein. Sonntag ich bin gesund. Montag wir können ’eirat.“ — Oberhalb Mainz läßt der Regen nach. Der Dampfer legt an. Mathilde schläft ein. Als die Maschine wieder zu stampfen beginnt, öffnet sie die Augen und küßt die Hand des Mannes. „Mon soleil . . .!“ So geht es an den Weinhügeln von Nierstein vorüber und durch die träge Windung des Altrheins. „Wir müssen heut noch weit, cheri . . . nach Frankreich . . .!“, drängt sie. „Tildchen, Geduld!“ Bei Oppenheim gibt er ihr einige Tropfen 322

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.