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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1937-01-01 · 30 (1937) · p. Seite 317

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
30 (1937)
Article
Mont Soleil
Date
1937-01-01
Page
Seite 317 (sequence 16)
Language
German
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sonst kein Arzt, sondern ein Schuft. Laßt die Mamsell in Frieden und mich auch, sag ich euch! Sonst: so gewiß ihr euer Geld wieder seht, so gewiß seht ihr mich dann nie, nie wieder.“ Ohne etwas vom Essen angerührt zu haben, stand er auf vom Abendtisch, ging über den Hof zum Tor und eilte hinaus durch die Stadt, zur Drususbrück und über die Nahe. Er war noch nicht am jenseitigen Brückenkopf angelangt, als er von diesseits seinen Namen rufen hörte: ,,Jizak! Jizak!“ Es war die achtzehnjährige Martha, das jüngste der Geschwister, welche wie er den Schwärmersinn und die Träumeraugen Benjamin Wolf-Ebertsheims, des Vaters, geerbt hatte. Isaac ging der Atemlosen entgegen. Sie hängte sich in seinen Arm. ,,Darf ich mit zu Deiner?“ fragte sie. ,,Ich möchte sie gern einmal sehen. Vielleicht kann ich ihr auch etwas helfen . . .“ Das kam so mitleidvoll und treu aus ihrem Mund, daß Isaac allen Groll vergaß. Endlich ein Mensch, zu dem er von der Geliebten sprechen konnte! Den ganzen Weg bis Münster sprach er von ihr und sagte der Schwester entzückt Mathildens geliebte kleine Gedichte auf, samt allen grammatikalischen Schnitzern. Nur seine schweren Aengste verschwieg er ihr. „Du mußt meine Schwägerin werden“, sagte Martha an Mathildens Bett, „du bist meine Schwester, du hist meine Freundin!“ Und um- 317

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