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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1937-01-01 · 30 (1937) · p. Seite 313

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
30 (1937)
Article
Mont Soleil
Date
1937-01-01
Page
Seite 313 (sequence 12)
Language
German
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Andächtig geleitete er sie hügelan. Schon zeigten sich an den Rebstöcken vereinzelte kleine Gescheine. Bald würde die Sonne sie mit Fleisch und Saft umgeben. Die Sonne vermochte so viel. Und tat nicht weh wie die furchtbare Moxakur. „Le Mont Soleil!“ deutete die Kranke und strebte auf unsichern Füßen eifrig den hellen Weinbergpfad zum Hipperich empor. Doch nur zu bald blieb sie stehen, rang nach Atem und lehnte sich an ihren Freund. Sie hustete. Und wieder bat sie: „En avant, mon ami!“ Da nahm er sie auf den Arm und trug sie das letzte Stück bis zum Gipfel, der blank und offen zwischen den Rebstöcken lag und eine weite Sicht bot in die sonnigen Täler des Rheins und der Nahe. „Ich hier wohnen möchte“, sagte Mathilde, „immer. Bau uns eine kleine Haus, mon chou!“ Und sie spannen zusammen einen schwermütigen Traum von Glück. Der Hipperich wurde ihre Heimat. ★ Mit ganz Bingen hatten auch Isaacs Angehörige von seiner ungewöhnlichen neuen Beziehung Kenntnis erhalten. Wie eine drohende Hungersnot kam ihnen die Kunde an, wie der Ausbruch eines Krieges. Als stürze alles zusammen. Denn „der Doktor“, so nannten sie ihn stolz, war ihre Hoffnung. Eltern und Geschwister waren an den Gedanken geklammert, er werde die arme Familie, welche vor Generationen weinend das gute Haus zum Wolf in Worms verlassen und seitdem in 313

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