Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Ha-Matmid
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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zwischen einem Wort, das Eindruck macht, und einem, das tot und kalt ist. Weil nämlich im lebendigen Wort die Kraft der ’Psukim4 aufgespeichert ist — nicht der ’Psukim6, wie sie ursprünglich sind; wenn wir sie nicht neu beleben und weiterbilden, dann sind sie selber tot.-Die Schriftsteller schaffen ’Psukim4 aus dem Ihrigen heraus, kraft jener (ursprünglichen) ’Psukim4. Das ist, was man den Geist der Sprache nennt. Den Geist der Sprache schöpfen sie aus der Kraft des lebendigen Volkes. Jedes Volk hat 1000 ’Psukim4; sie bauen das Gerüst der Sprache und geben ihr die Farbe — und die Schaffenden und Werkenden bauen in ihrem Bild und Gleichnis, neue Bindungen fügend und neue Bildungen zeugend, und zwar durch die Kraft des inneren Zusammenhangs44. Es war für meine eigentliche Arbeit, für das Bemühen, die ‘Psukim4 aus ha-Matmid herauszulesen, und die immer aufs neue beglückende Erkenntnis, wie der große Meister unserer hebräischen Sprache „schafft und werkt in ihrem Bild und Gleichnis, neue Bindungen fügend und neue Bildungen zeugend44, eine frohe Rechtfertigung und Bestätigung, als ich hinterher mit diesen scharf gemeißelten Worten aus dem letzten Jahrfünft seines Lebens bekannt geworden bin. So also hat er als gereifter Mann sein dichterisches Schaffen des Anbeginns (ha-Matmid ist in den Jahren 1894—95 von dem etwa Zwanzigjährigen vollendet!) bewußt charakterisiert. — Möge, das ist bei der Veröffentlichung dieser Uebersetzung der Hauptwunsch, auch sie 17* 259