Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Ha-Matmid
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ter und dann wieder Schatten ansetzend, so wie ja alles Irdische im Sonnenstrahl aufglänzt und gleich darauf unter Wolken sich verdüstert. Welche Bedeutung Bialik selbst dieser seiner Art, aus dem Bibelwort heraus zu sprechen und zu dichten, es organisch weiterzubilden und aus sich herauswachsen zu lassen, beigemessen hat, ergibt sich in besonderer Klarheit aus einer Bemerkung in einem 1932 zu Nahalal von ihm „Zur Frage der jüdischen Kultur“ gehaltenen Vortrag (vgl. Bialik, D’warim scheb ’ al peh, Tel Awiw, 1936, S. 207/8): ”Ich behaupte: Jede lebendige Sprache hat ihre schriftliche und ihre mündliche Ueberlieferung; jede Sprache hat ihren ’Pasuk‘; jede Sprache lehnt sich an ’Psukim4 an — wehe der Sprache, die keine ’PsukinT hat. Man hat einmal die Anlehnung an den ’Pasuk4 als Zeichen des Niedergangs betrachtet. M. H., im Hintergrund jeder wahren Sprache, beim Erzähler oder Dichter, steht die Sprache der Väter und stehen die dem Auge verborgenen ’Psukim‘. Die Kunst besteht darin, die ’Psukim‘ dem Auge zu verbergen, so daß man sie nicht wahrnimmt. Stünden diese ’Psukim4 nicht hinter dem Wortgefüge, so hätten diese Worte keine Kraft. Dann wäre es nur ein zufälliges Aneinanderreihen von Wörtern, ohne jene kulturelle Atmosphäre, die in den verborgenen ’Psukim* klingt, die Geist, Schönheit und Anmut über das Neue gießt, ihm Farbe und Licht verleiht. Ohne dem ist darin nichts Wesenhaftes. Und so unterscheiden wir manchmal