Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Ha-Matmid
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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die im Original durch den durchgehenden Kreuzreim als solche gekennzeichnet sind, voneinander getrennt und zu mehr oder weniger selbständigen Strophen zusammengeschlossen habe. Den einzelnen Vers des Originals, im allgemeinen zwölfsilbig mit vier Hebungen, habe ich strengstens durchgeführt. Daß ich in einem Punkte abwich, indem die jeweils letzte Zeile der 21, vom Dichter selbst abgetrennten Einzelteile des Gedichts in der lieber- Setzung elfsilbig ist und mit einer Hebung schließt: diese Eigenmächtigkeit mögen mir die Manen des Dichters verzeihen. Zum Inhalt von ha-Matmid in Kürze etwas zu sagen ist ein gewagtes Unternehmen. Das ist eine Sache für sich, mit weitgehenden und verzweigten Beziehungen nach den Gebieten des Religiösen, Kulturellen, Literarischen, Soziologischen und Psychologischen. Ich selber bin, unter dem Eindruck des Ganzen, die Begriffe ”Systole“ und ”Diastole“ nicht losgeworden, der Hebung und Senkung, Bindung und Lösung am Stoffe selber, der bald in seiner Tag-, bald in seiner Nachtseite sich darstellt, ohne daß eine eigentliche Entscheidung zwischen gut und böse erfolgt. Dieses künstlerische Spiel mit dem Stoff scheint mir aber nicht nur getragen, sondern geradezu bedingt von dem wahrhaft genialen Spiel mit der Form, mit dem biblischen Wort, mit dem ’^Pasuk“. Das erprobt sich hier an einer dem Dichter im innersten zugänglichen Materie, unbekümmert gewissermaßen um Ja und Nein, einmal Lich- 17 257