Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Zu Richard Beer-Hofmanns siebzigsten Geburtstag
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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es ein echter Streit und Widerstreit: das Kind steht ja für die Menge da, nach deren Wünschen der *,Prolog“ zu fragen nicht gelernt hat, und aus dieser Menge im Parkett und auf den Rängen fährt’s und hagelt’s auf den Prolog ein, höhnt es, spottet es, zürnt es, die Menge, die ja zahlt, zähle auch und habe nach ihrem Maße zu verlangen, wer Beifall will, habe gefügig zu sein und ihr zu dienen. Noch beherrscht antwortet der Prolog: „Euch dient mein Tun — und mehr, als ihr faßt.. . Mein Wort ist nichts als meines Herzens Schlagen, Und Euer Herz zu gleichem Puls zu zwingen — Ist Amt — ist Dienst — (nun ist der Prolog schon unerbittlich) doch nie von Euch mir aufgetragen!“ In diesem schroffen Aufeinanderprall versucht die Frau zu mildern, zu vermitteln, aber nun bricht der Prolog aus: Ich — darf! Ich weiß, was alles ich in diese Flamme warf, (aufgewühlt, fast reuevoll:) ein Leben lang! Und dann, nach diesem maßlos hellen und grellen Ausbruch des Verborgensten, des persönlichsten Schöpfertums kommen dunkel, gedämpft, zögernd die Worte an die Frau, Worte des Dankens und kaum ausgesprochenen, allertiefsten Schöpferzweifels, an sie, die mithalf und „vielleicht frevlen Opferbrand“ hütete. Dieser Durchbruch des Allereigensten ist, nach dem Bekenntnis des allgemeinen Dichteramts der zweite innere, der