Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Zu Richard Beer-Hofmanns siebzigsten Geburtstag
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeichen solcher Grundstimmung. Die Grundstimmung ist, es gibt kein besseres Wort dafür, hochgemut. Nur in so hochgemuter Gelassenheit kann jetzt in der neuen Verwandlung des Bühnenbildes der Sprecher des Dichters, der Prolog, nachdem der Knabe, der Sohn des Beleuchters, für einen Augenblick unsichtbar ist, den Bühnenwerkern überhaupt sein Dankwort sagen, den Zimmerern der bunten Welt, „die ihr für Andre baut und deren Buntheit nie von Angesicht ihr schaut“. Die Prägsamkeit dieser Sätze, in die dann auch der Dank des Dichters an die Schauspieler und seine Mah^ nung über die Grenzen ihres Amtes einfließt, trifft nun nicht nur die Mitte des Wesens eben dieser Menschenberufe, sondern zugleich der Menschen selbst und der Menschheit überhaupt, und steigert sich von neuem zur hochgemuten Sentenz: Nur was sein Leben lebt aus eigner Stärke — Was euch nicht braucht — erst das ist eures Dienens wert! Nun hat’s auch der Knabe gemerkt und ruft erfreut: „Du bist ja gar nicht der Prolog, du bist der —und der Prolog schneidet ihm mit entschiedener Geste das Wort ab, nickt aber lächelnd: j,Ja!“ Wie? Er trug nur des Prologes Maske, „Falscher!“ droht scherzend der Knabe, aber schon ist’s wieder Ernst, die Maske zersprengt „mein eigen Wort“, und wenn der Knabe, nun „am rechten Ort“ nochmals bittet: „Zeig viel!“, ist der Prolog ungeduldig, „ich will nicht, Kind“, und schon ist 252