Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Zu Richard Beer-Hofmanns siebzigsten Geburtstag
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3111067-3111126-3118960--7696-3119226- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I n uns sind Alle. Wer fühlt sich allein? D u bist ihr Leben — ihr Leben ist dein- Mirjam, mein Leben, mein Kind — schlaf einl 5. „Jaäkobs Traum“ ist Beer-Hofmanns Prolog zur Davids-Trilogie, von der das erste Drama „Der junge David“ und das „Vorspiel auf dem Theater zu König David“ vollendet vorliegen. Da es vor dem Abschluß des Ganzen und zumal auf dem kargen Raum hier nicht möglich ist, das Monumentalwerk entsprechend zu referieren, wollen wir versuchen, es und die Art seines Schöpfers im Gesichtswinkel des vorerst letzten Stadiums, des Vorspiels, zu sehen. Dieses ist insofern von besonderer Bedeutung, als der Dichter hier, außer daß er von der Handlung des „jungen David“ zu der des „König David“ vermittelt, zum ersten Mal in seinem Opus und kaum mehr mittelbar in eigner Sache spricht. Dies Vorspiel beginnt im Dunkel mit einem verrollenden Trommelwirbel, dann wird die Hauptperson des Aktes sichtbar, „der Prolog“, in weißer, reichfaltiger morgenländischer Tracht, gedämpft wie von ferne erklingt das Harfenspiel und der Gesang, womit das letzte Bild des Stückes „Der junge David“ schloß, verdämmernd erscheint dieses Bild: David im Krönungskleid, den Kronreif in hocherhobenen Händen, hinter ihm seine Ahne Ruth... Man liest diese Angaben, es sind „Regiebemerkungen“, aber es geht einem wie immer mit diesem Dichter: seine Szenen, seine Stücke sind 16* 243