Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Bildnis-Maler der Posener Biedermeierzeit
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 4)
- Language
- German
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besuchte darauf die Gewerbeschule in Posen und war dann auch noch weiterhin als Lithographen- Gehilfe tätig. Als er später eine eigene Steindruckerei eröffnen wollte, lehnte Bürgermeister Behm das Gesuch, dem Antragsteller gegenüber ohne Angabe von Gründen, ab. Aus den Akten des Magistrats und des Oberpräsidiums2) ergibt sich aber, daß Behm zu der Ablehnung kam, weil Czarnikau „in der wider ihn geführten Anschuldigung, in betrügerischer Absicht Posener Pfandbriefe nachzumachen, versucht zu haben, nach dem vorliegenden rechtskräftigen Erkenntnisse nur vorläufig freigesprochen worden ist“. Noch seltsamer mutet der Aktenvermerk auf die an den Oberpräsidenten gerichtete Beschwerde Czarnikaus an. Denn auch die Regierung trat, ungeachtet der erfolgten Freisprechung in dem vorhergegangenen Falle, der Ablehnung bei, weil bei einer Bewilligung des Antrags mit der Gefahr gerechnet werden müsse, daß „ein selbständiger Steindruck-Betrieb den Beschwerdeführer leicht zu Fälschungen von Wertpapieren u. a. Urkunden verlocken könne“. — Auch diese Begründung der erneuten Ablehnung ist nie zur Kenntnis Czarnikaus gelangt. Er erfuhr nur, daß sein Gesuch endgültig abschlägig beschieden sei, und er das erlernte Kunsthandwerk daher nicht in einer eigenen lithographischen Anstalt betreiben dürfe, weshalb 2) Zu dieser Angabe und der folgenden Darstellung sind in der Hauptsache die Akten des Staatsarchivs Posen C. XIII G. b. 13. 52 u. a. benutzt. 207