Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Bildnis-Maler der Posener Biedermeierzeit
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 3)
- Language
- German
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eine große Reihe künstlerisch fein entworfener und durchgeführter farbiger Ehren-Diplome, Ergebenheits-Adressen, Jubiläums-Dokumente und sonstige Urkunden geschaffen. Daneben eine schier unabsehbare Zahl, teils ernster, teils humorvoller, figurenreicher Entwürfe für Ausstellungen, Festlichkeiten usw. — Der Höhepunkt seines Wirkens fiel freilich erst in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der er u. a., im Aufträge der polnischkatholischen Geistlichkeit, ein zur Vervielfältigung bestimmtes großes Blatt mit den chronologisch angeordneten Porträt-Köpfen der sämtlichen Erzbischöfe von Gnesen-Posen herstellte. Das mit der Feder gezeichnete Original befindet sich jetzt in der Mielzynskischen Gemälde-Galerie in Posen. Kornfeld war, wie erwähnt, in der Hauptsache Graphiker. Nur hin und wieder malte er Landschaften in Aquarell und zeichnete Porträts mit der Feder oder Kohle oder malte sie in Pastell oder Öl. Andrerseits aber gab es zur gleichen Zeit in Posen auch zwei jüdische Künstler, bei denen umgekehrt die graphischen Arbeiten gegenüber ihrem speziellen Beruf, Bildnisse in öl zu malen, weit zurücktraten: E. Czarnikau und M. Alexander. * Eduard Czarnikau, der 1816 in Posen geboren war, stammt aus einer dort alteingesessenen jüdischen Familie. Mit 16 Jahren trat er als Lehrling bei dem Lithographen Baerman in Posen ein,1) *) Baerman war bis 1826 Lithograph in der in diesem Jahre aufgehobenen Königl. Regierungs-Steindruckerei in Posen. 206