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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1937-01-01 · 30 (1937) · p. Seite 205

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
30 (1937)
Article
Jüdische Bildnis-Maler der Posener Biedermeierzeit
Date
1937-01-01
Page
Seite 205 (sequence 2)
Language
German
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mat. Sie veräußerten von der Emigration des Jahres 1919 ab diese Bilder vielfach an die polnischen Kunst- und Antiquitäten-Handlungen der Provinz Posen. Die Familienporträts wurden dagegen meist in die neue Heimat mitgenommen. Doch auch bei ihnen erfuhr, aus verschiedenen (hier nicht näher zu erörternden) Gründen, ihre Zahl eine fortlaufend steigende Verkleinerung. Das war um so bedauerlicher, als es sich in der Mehrheit um künstlerisch recht bedeutsame Porträts aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts handelte. Vielen Käufern von Bildern war zur Biedermeier-Zeit die eigenartige Schönheit der Posener Flachlandschaft, ihrer dunklen Wälder und stillen Seen noch nicht voll aufgegangen. Hierdurch z. T. beeinflußt, fühlten sich auch die jüdischen Künstler von der malerisch nicht überall reizvoll wirkenden Landschaft nicht so angezogen, wie von der, dem Verlangen der Kundschaft mehr entgegenkommenden Aufgabe, zeitgenössische Bildnisse zu schaffen. Das entsprach auch schon mehr ihrer eignen Neigung zu psychologischer Vertiefung in das menschliche Objekt und zu dessen künstlerischer Ausschöpfung und Gestaltung im Bilde. Von den jüdischen Bildnis-Malern der damaligen Zeit kann hier zunächst nur Wilhelm Kornfeld in Posen, ein direkter Nachkomme des Rabbiners Akiba Eger, herausgegriffen werden. Er war in der Hauptsache allerdings Graphiker. Als solcher hatte er, im Aufträge der Regierung, der Stadtgemeinde und der meisten provinziellen Behörden 205

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