Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Die Wunstorfer Spanier
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 6)
- Language
- German
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es „nicht ungleich“ erscheine, wenn sie in Zukunft jährlich 8 Taler Schutzgeld „zu erlegen angehalten werden.“ In diesem Amtsbericht, dessen wichtigste Tatsachen jedenfalls der Wunstorfer Stadtvogt übermittelt hatte, stand der Passus „unvergleitete Juden sind nicht vorhanden, ohne daß Sie ordinair einen Praeceptorem bey Ihren Kindern halten.“ Die Geheimräte stellten nun die Rückfrage, wie dieser Lehrer heiße, „ob er Handlung oder sonsten nahrung treibe; auch was er solchen fals wohl an schütz gelde geben könne.“ Der Wunstorfer Stadtvogt, der mit sehr eindrucksvoller Handschrift seinen Namen Joh. Joachim Zorn unter seine deutliche Antwort setzt, meint, er habe schon vor 14 Tagen zur Genüge über die Wunstorfer Juden der Kurfürstlichen Geheimen Ratsstube geschrieben, „so wird, halte ich dafür, unnötig seyn, deßhalben sich ihres orthes weiter zu bemühen.“ Diese Antwort, die natürlich mit sehr höflichen Formalien verbrämt ist, schickte das Amt Neustadt den Geheimräten und stellte anheim, ob sie damit zufrieden seien, „und auch dieses, ob er nicht eine reprimande meritire, daß er in solchen Dingen dem Ghurfürstlichen Ambte, von dem Er seine Besoldung geniesset, keinen besseren respect erweise.“ Merkwürdig berührt, daß in solchen Schriftstücken weltlichster Art der Name Gottes erwähnt wird: Herr Zorn in seiner Schlußwendung verbleibt „negst empfelung göttlicher protection“ und die Amtsräte: „dem Schutz des großen Gottes getreulich ergeben“. 192