Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Die Wunstorfer Spanier
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3111067-3111126-3118957--7641-3119174- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
digt, der versprochen hätte, die Angelegenheit zu ordnen. Schutzgeld haben die Juden in den 25 Jahren nicht bezahlt. Nur hatten im Jahre 1700 die genannten 3 Juden je 4 Taler Geleitgeld entrichtet, „und haben also die vorigen Stadtvögte in Wunstorf mit Ihnen conniviret, wozu den auch viel contribuiret, daß seiten anno 1676 die Schutzbriefe nicht ernewert sein.“ Die Juden wohnten in verschiedenen Bürgerhäusern zur Miete. Mit den Nachkommen dieser Wunstorfer, wie sie hier genannt werden, (Lüpke, Wedekind), habe ich in meiner Kindheit gespielt. Von Moses wird berichtet: „dessen nahrung ist schlecht, handelt zu Zeiten mit Neßeltuch und Stoffen, kaufte unterweilen auch wohl Haare auf, hat vor dießem viel schlachten getan, nachdem aber die Licenz introduciret, hat Er solches unterlaßen, ohne daß Er wohl zu Zeiten im Herbst ein Beist oder Kalb schlachtet.“ Von Moses’ Schwiegersohn wird gesagt, daß er „gleich den andern auf den Dörfern herumb laufft, umb sein Brot zu suchen.“ Vom Verhalten aller wird berichtet, daß es „zimblich gewesen“ (geziemend, anständig). Da die Juden in Mietshäusern wohnten, habe es „wegen der Einquartierung unter den Bürgern zu Zeiten einigen Disput erwecket, weil der Juden Wohnhäuser davon exempt sein.“ Es wird die Meinung geäußert, daß im Hinblick auf die Höhe des Schutzgeldes, das die Juden im benachbarten Hessen, bes. im Amt Rodenberg, entrichten und „in consideration Ihrer Einquartierungs- und anderen freyheiten“ igi