Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Die Wunstorfer Spanier
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 4)
- Language
- German
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Zu Kontributionen sollen sie wie ihre Nachbarn beitragen, „doch über die Billigkeit nicht beschweret.“ „Mit Einquartierungen und wachten zu Mahlen Sie sich deswegen mit Ihren Haußherrn zu vereinbahren, übersehen werden.“ Als Schutzgeld sollen sie 8 Taler auf Michaelis entrichten, vom „gewöhnlichen personal Judenzoll, wenn sie und die Ihrigen in den Fürstentümern reisen, jedoch verschont werden.“ Recht aufschlußreich ist ein angeforderter Bericht des Amts Neustadt an die geheimrätliche Kanzlei in Hannover vom 19. 8. 1702. Nach langem, vergeblichem Bemühen des Amtes hat endlich Moses Spanier im Namen der andern eine Abschrift des Schutzbriefes überreicht. Die Personalverhältnisse hatten sich verändert. Joseph Ferber war gestorben, seine Witwe hatte Benedix Abraham geheiratet. Moses Spanier hatte eine Tochter dem Levin Jacob zur Ehe gegeben, der bei ihm wohnte. Unverheiratet waren damals noch eine Tochter und zwei Söhne Moses Spaniers. Das Original des Schutzbriefes — so erklärte Moses Spanier — habe man dem Kammeragenten Lestmann2) eingehän- 2) Gemeint ist der Hof- und Kammer agent L eff mann. Cohen Behrens (1634—1714), der sich aus einfachen Verhältnissen zu einer sehr einflußreichen Stellung emporgeschwungen hatte und seinen bedrängten Glaubensgenossenoft beistand. In unserem Falle mögen auch verwandtschaftliche Beziehungen mitgespielt haben: Leffmann hatte Jente' geheiratet, eine Tochter Joseph Hamelns und seiner Frau Freude Spanier. Siehe Gronemann a. a. O., S. 35 ff. und Zuckermann, Dokumente zur Geschichte der Juden in Hannover, Hannover 1908, S. 1: Abdruck des Leffmannschen, Patents vom 10. 2. 1698. 190