Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Briefe aus dem Jahre 1588
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Ansicht Branns, daß die Brief schreiber „durchschnittlich ungelehrte Leute“ gewesen seien, läßt sich bei näherer Prüfung in den allermeisten Fällen nicht aufrechterhalten. Der erste, Leiser Morawczyk, der an seinen Sohn Mose schreibt, war Gemeindevorsteher in Krakau, gehörte zum Bekannten-, vielleicht gar Freundeskreise des „hohen Rabbi Löb“ und wird Mhrr, das ist Morenu haraw Rabbi tituliert. Auch der gelehrte Familienkreis, dem er angehörte, läßt die Annahme von Unbildung nicht zu.23) Er ist Bibliophile und Kenner der hebräischen Literatur. Der Schreiber des zweiten und fünften, Samuel ben Elia Meisel, schreibt ein tadelloses Hebräisch an seinen Schwager Leiser, Schwiegersohn des Arztes Mose, und seinen Oheim Mordechai Meisel von Prag. Nur beim dritten, Meir ben Zebi Kapscht, Schwager Mordechai Meiseis, haben wir es mit unkorrektem Hebräisch zu tun, und auch seine Grabsteininschrift schweigt über seine Gelehrsamkeit.24) Der vierte, Ascher ben Chiskia Horwitz in Prag, bedient sich eines fast durchgehend korrekten Hebräisch und gehört einer gelehrten und berühmten Prager Familie an.25) Der Pentateuch mit dem Kommentare des Nachmanides war in Prag billiger als in Krakau; er will ihn von dort dann beziehen, 23) Vgl. Brief Nr. 2; Friedberg, Luchot a. a. O., S. 28 Anm.; Lewin, Gesch. der J. in Lissa, Pinne 1904, S. 308; Wiener, Bibliotheca Friedlandiana, Nr. 1798; Hock, Die Familien Prags, Preßburg 1892, S. 220 f. 24) Lieben a. a. O. S. 9 f. 25j Zeitschrift f. d. Gesch. der J. in der Tschechoslowakei III 128. 184