Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Briefe aus dem Jahre 1588
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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„bestatten“, das noch heute in ostjüdischen Kreisen gebräuchlich ist. Mama wird zu „Mäm“. Für „Verbindung ist gelöst“ heißt es „Gevatterschaft is aus“. Der Schreiber von Nr. 2, Samuel ben Elia Meisel, nennt Mordechai Meisel, den Bruder seines Vaters, „lieber Vetter“, eine Bezeichnung, die noch vor einem halben Jahrhundert im Posenschen gehört wurde. Zu Beginn findet sich als Grußformei zuweilen Reimprosa: „Erstlich wißt unser allen Gesunt, viertausend mal sollt ihr sein zu aller Stunt“, und „ich laß euch wissen unser allen Gesund, vielmehr sollen mir (= wir) hören von euch zu alle Stund“. „Hat’s in ein lang Bank geworfen“ ist: hat es auf die lange Bank geschoben. „Drum secht euch besser für“ ist: seht euch besser vor; „gäch“ ist: jäh. In Prag nannte man das Dienstmädchen „das Maid“, und: „tun, meinen“ wurden zu „du“ und „meine“ abgeschliffen. Außer Gebrauch sind gekommen: „Halomachen“, das sind Boten, Schergen (halön, ahd. berufen, herbeibringen, holen), „um Hals kommen“, das heißt: zum Tode verurteilt werden, „gesteht“ kostet22a) (Gestehungskosten ist heute noch im Gebrauch), „klecken“ hinreichen. Infolge Raummangels kann der reiche Schatz hier nicht voll ausgemünzt werden. Unter den hebräischen Eigentümlichkeiten befindet sich „Ohawi“, statt „Ahuwi“, mein Geliebter 22b). 22a) Hierdurch erledigt sich Steinschneiders (a. a. 0. S. 186) Frage hierüber. 22b) Vgl. Steinschneider a. a. O. S. 199. 183