Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Briefe aus dem Jahre 1588
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Mentioned entities
- Olkusz 1× ep/1045367
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stiftete. In den Briefen werden vielfach führende Persönlichkeiten ihrer Zeit genannt. Ueber manche Gerne i n d e n erhalten wir hier frühere Nachrichten, als wir sie bisher besaßen, zum Beispiel Kolomea, Wodzislaw und Ob kusz,21) oder unsere Kenntnis über sie wird erweitert, zum Beispiel Austerlitz, Straßnitz,22) Krakaü, Lublin und Prag. : Die Sprache der Briefe ist ein Gemisch von Deutsch und >Hebräisch. Nur etwa zwei polnische Worte finden sich, obwohl die meisten Schreiber aus Krakau waren, dessen Bürgerschaft damals bereits polonisiert gewesen ist, und obwohl der sechste und siebente Brief nach Olkusz in Kleinpolen adressiert sind. Statt der polnischen Ortsnamen werden durchgehends die deutschen gewählt; Tymbark wird zu Tembri, Tynburg oder Tyneburg, Sandez, wie noch heute, zu Zans, Lanckorona zu „der Lanzkron“, Kazimierz zu Kasimir, Olkusz zu Elkisch, Kolomea zu Kolemai. Die Sprachmischung erfaßt zuweilen ein einziges Wort, z. B. ,,We-kusch bitcha haketana und Kuß deiner kleinen Tochter.“ Charakteristisch sind: „Kann nit mein Mich ja (Nahrung) mit Drommel (Lärm) suchen“, „mein Weib geht hin lemasal tob in der Zeit auf der Zeit“ (wohl geht ihrer Niederkunft entgegen). Statt „ausstatten“ heißt es 21) Balaban a. a. O., S. 266 f., 327; Thumim, Sichron larischonim, Kolomea .1(913, S. 14; Friedberg, Luchot Sikaron, Frankf. a. M. 1904, S. 30 Arirn. 22. 22) Vgl. Gold, Die Juden u. die Judengem. Mährens, Brünn 1929, S. 111, , 517. 182