Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Briefe aus dem Jahre 1588
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 9)
- Language
- German
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rer Sammlung. Da sendet der Schreiber am 11. Tischri 1588 aus Tymbark nach Prag einen verehrungsvollen Gruß an den „Gaon, sein Licht leuchte, das Haupt der Lehranstalt, den Gaon (!), unseren Lehrer, den Rabbiner Rabbi Löb.“ Damals war demnach sein Posener Aufenthalt beendet. Weshalb hat er das hochbedeutende umfangreiche Landrabbinat von Großpolen, das zudem wahrscheinlich seine Heimat war, 1588 verlassen, um die Leitung der Klaus in Prag zu übernehmen und sodann am 16. April 1592 wiederum zu seinem Posener Amte sich zu begeben? Es ist hier bereits bemerkt worden, daß auch in Posen 1588/89 die Pest herrschte. Hat Rabbi Löb aus diesem Grunde das Posener Land verlassen? Da am 11. Juni 1590 das ganze Posener Ghetto durch Feuer zerstört wurde, könnte man es verstehen, daß er erst 1592 dorthin zurückkehrte. Wenn die Sachlage auf diese einfache Weise erklärt werden könnte, würde jener bisher dunkel gebliebene Lebensabschnitt Rabbi Lobs seine Aufklärung erfahren. Im sechsten Briefe wird ein Krakauer namens Jäkel erwähnt, der beim Starosten in Lanckorona für die schwer bedrohte Judenschaft seiner Heimat tätig war oder tätig sein sollte. Demnach war er ein angesehener Mann. Anscheinend ist er mit dem 1595 als Krakauer Gemeindevorsteher genannten Jäkel20) identisch, dessen Sohn Eisig die nach ihm benannte herrliche Synagoge in Krakau 20) Balaban, Dzieje a. a. O. S. 160 f. l8l