Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Briefe aus dem Jahre 1588
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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den nicht figuriere, während Posen erwähnt werde. Dieses Argument geht in die Irre. Das auf der Gedenktafel erwähnte Datum ist nicht das der Errichtung der Gedenktafel, sondern das der Aufrichtung des Synagogenbaus (wesofh hakneseth . . . neemeseth), während die Gedenktafel kein Datum trägt. Sie zählt auch nicht alle Wohltaten des Mäzens auf. Zum Beispiel fehlt die mitbedachte Jerusalemer Gemeinde hier ebenso wie auf dem Grabsteine. Ebenso vermißt man auf der Gedenktafel die Spenden silbernen und goldenen Thoraschmuckes und vieles andere, das die Chronik des David Gans 18) und der Grabstein erwähnen. Nichts spricht gegen die Gewährung der Anleihe für Krakau im Jahre 1588 oder kurz danach. Infolge einer Unklarheit in der eben genannten Chronik18) herrscht in der Lebensgeschichte des vielgefeierten „hohen Rabbi Löb“ in bezug auf die Jahre 1585—88 Unsicherheit. Fast alle Historiker mit einer einzigen Ausnahme verlegen diese Jahre seiner Wirksamkeit nach Posen, wo er Landrabbiner von Großpolen war. Eine bisher wenig beachtete Nachricht, auf die Marcus Brann aufmerksam machte, berichtet, daß er am 6. März 1585 auf der Reise zum Antritt seines Posener Amtes Görlitz berührt habe.10) Neues Licht auf diese dunkle Zeit fällt durch den ersten Brief unse- 18) Zemach David, Fürth 1785, I 33 b. 19) Daselbst a. a. 0.; Wachstein in Festschrift z. Simon Dubnows 70. Geburtst., Berlin 1930, S. 172 ff.; Brann, Zacharias Frankel, Gedenkbl. zu s. 100. Geburtst., Breslau 1901, S. 3 Anm. 7. 180