Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Briefe aus dem Jahre 1588
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3111067-3111126-3118956--7628-3119162- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
tätigkeit keine Unterbrechung erfahren habe, nicht glaubhaft. Zwei der Briefe sind an den berühmten Prager Mäzen und Wohltäter Mordechai Meisel gerichtet, und zwei stammen aus der Feder seines Neffen Samuel ben Elia Meisel,13) eines der Universalerben Mordechais. Sie geben über die Familie bisher unbekannte Nachrichten. Der Grabstein Mordechai Meiseis und sein Testament berichten, er habe 20 000 Gulden den Gemeinden Krakau und Posen geliehen.14) Da unsere Briefe von den Leiden beider Gemeinden infolge der Epidemie erzählen, so ist möglicherweise der Passus auf dem Grabsteine und im Testamente auf unsere Geschehnisse zu beziehen. Von den Ereignissen in Posen ist sonst wenig bekannt.15) Auch die Historiker der Lemberger Judenschaft erwähnen nichts.16) Gegen die obige Hypothese, daß Krakau infolge der Seuchennot die Anleihe Meiseis erhalten habe, wird das Moment geltend gemacht,17) daß auf der Gedenktafel der Prager Meisel-Synagoge von 1592 Krakau unter den von Meisel bedachten Gemein- 13) Über ihn vgl. Ludwig Geigers Zeitschrift für d. Gesch. der Juden in Deutschi. II 181; Monatsschrift f. Gesch. u. Wissensch. des Judent. 1892, S. 39 f., 132, 143 ff. 14) Lieben, Gal-Ed, Prag 1856, S. 7; Monatsschr. a. a. 0., S. 27 Anm. 1, 133 f., 139, 141. 15) Vgl. Zeitschrift der histor. Gesellsch. f. d. Prov. Posen, Posen 1902, XVII 317, XX 267; Perles, Gesch. der Juden in Posen, Breslau 1865, S. 30, weiß nichts hiervon. 16) Caro, Gesch. der Juden in Lemberg, Krakau 1894; Buber, Ansche Sehern, Krakau 1895; Dembitzer, Klilath Jofi, Krakau 1888. 17) Monatsschrift a.a. 0. 1892, S. 27 Anm. 1. 12 179