Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Briefe aus dem Jahre 1588
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 5)
- Language
- German
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wirken, daß der Rat zu Krakau und derjenige zu Kazimierz die Juden schützen. Ebenso sollte der Unterstarost Lagownicki gebeten werden, „daß er reit auf das Rathaus.“ Auch um Geldmittel für die Zurückgebliebenen flehen sie. Letztere befanden sich in großer Not und waren von der Bürgerschaft Kazimierzs abgesperrt, ebenso vom eigentlichen Krakau. Ihre Häuser, die sie innerhalb der Bürgerschaft besaßen, durften sie nicht betreten. „Also hat man ausgeruft im Namen des Königs.“ Die Höhe der Ausgaben für die Totengräber, die jüdischen und nichtjüdischen Sicherheitswachen und die Armen war „nit zu beschreiben“. Die Zurückgelassenen „blieben Gottes wegen“. Die Gemeinde war ohne Subsistenzmittel. „Es geht wild durch einander, es sein bei unseren vielen Sünden viel Häuser verschlossen geworden.“ Handel und Wandel erlahmten, und die Verarmung griff in erschreckendem Maße um sich. Der Ruf verhallte nicht ungehört. Als in der ersten Neujahrsnacht 12 Heiducken einen Raubüberfall versuchten, bei dem die Ueberfallenen noch dazu leuchten mußten, liefen christliche Nachbarn aufs Schloß und alarmierten Kazimierz. Drei der Räuber wurden sofort getötet, zehn dingfest gemacht und „die Gaß“ besetzt und beschützt. Als am ersten Neujahrstage die Epidemie auch bei den Christen sich zeigte, verließ König Sigismund III. Krakau und begab sich nach Warschau. Für das Laubhüttenfest war eine Zusammenkunft der versprengten Gemeindehäupter geplant. Die Fort- 12 177