Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Briefe aus dem Jahre 1588
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Mentioned entities
- Olkusz 2× ep/1045367
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liegen authentische Berichte von Augenzeugen Vor. Derselbe Briefschreiber teilt das eine Mal (Nr. 2) mit, daß die Epidemie acht Tage vor dem jüdischen Neujahrsfest zum Ausbruch kam, an anderer Stelle (Nr. 5), daß es achtzehn Tage vor dem Feste geschehen sei. Entweder liegt ein Flüchtigkeitsfehler vor oder das Entsetzen hatte die Gedächtniskraft geschwächt. In der „Gaß“ im Stadtteil Kazimierz war der erste Seuchenherd. Vorsteher und Notable flüchteten nach Olkusz in Kleinpolen. In drei Tagen verließen mehr als 200 Wagen mit Flüchtlingen die Judenstadt. Bereits an einem einzigen Tage im Monat Elul wurden sieben Juden hinweggerafft. Da die Plage im Anfänge nur unter Juden herrschte, fürchtete man einen Pogrom. Wo ein Jude in der Stadt oder auf dem Felde sich zeigte, wurde er von Heiducken niedergeschlagen. Diejenigen 15 Familien, die sich zwei Tage vor dem Neujahrsfest auf 20 Wagen nach Tymbark gerettet hatten, stellten sich unter den Schutz eines dortigen Edelmannes. Innerhalb dreier Tage waren bereits 12 Häuser erfaßt. Die in Krakau zurückgebliebenen vier Gemeindediener sandten kurz vor dem Neujahrsfeste gemeinsam einem Gemeindemitgliede einen eindringlichen Hilferuf an ihre auswärtigen Mitglieder nach Olkusz und baten sie, beim Starosten (Landrat) in Lanckorona 12) zu er- Friedberg, Gesch. d. hebr. Typogr. in Polen, S. 11; Balaban, Dzieje zydöw w Krakowie, Krakau 1913, I 284. 12) Südwestl. von Krakau. 176