Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Zum Andenken an Leopold Zunz
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Helotie in bürgerliche Freiheit. Man denke sich lebhaft, was ich alles bis dahin entbehrt hatte: Eltern, Liebe, Unterweisung, Bildungsmittel. Nur im Rechnen und in hebräischer Grammatik war ich weiter als alle; letztere hatte ich schon als Kind bei meinem seligen Vater begonnen. Aber von der Welt und was sie füllt, von all den Lehrfächern, die heutige Knaben im 13. Jahre schon in drei bis vier Klassen durchgemacht haben, von Menschen und gesellschaftlichem Leben wußte ich nichts. Enger fühlte ich mich hingezogen zu diesem und jenem Mitschüler, z. B. zu Isaac Berlin (jetzt in Hamburg, Herausgeber des Machsor, das in Hannover erschienen, Schwager meines gelehrten Freundes H. J. Michael und noch mein Duzbruder), Jost, Heinemann aus Ballenstedt, der im Mai 1805 zu uns kam (gestorben A. 1813 März in Halberstadt). Die mit 1806 eingetretene Verwandlung und die Vorbereitung dazu wird deutlicher unser teurer Inspektor selber schildern können. Die erste Notiz der Reform des Instituts ist in Sulamith Jahrgang I, Bd. I S. 491, der Bericht von der Einweihung ib. Bd. II S. 49—61. Jeden Mittag wurden einige Paragraphen aus dem Schulchan Aruch Orach Chajim gelernt; zwisehen Pessach und Schowuaus betete man abends Maarif. Vorher wurde Mischna gelernt; im Winter ist am Sabbath bei Tisch Smiraus gesungen worden; Freitag nachmittags oder abends präparierten wir uns auf Peschutim (Bibelerklärungen) aus kleinen Büchern, die Sabbath mittag auswendig als 137