Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Zum Andenken an Leopold Zunz
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 5)
- Language
- German
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schon mehrere Wochen an der Lungensucht darniederlag, und das Begräbnis fand, glaube ich, an Hoschanah Raba (26. September 1804) statt. Den folgenden Winter besuchten wir die Talmudstunden bei Beer; im Dezember starb auch Philipp Samson. Nach Pessach des Jahres 1805 bekamen wir wieder einen Rabbi in unsern Bethhammidrasch; Michel aus Burg-Ebrach (dessen Sohn Lion Private dozent in Göttingen war oder ist; ich glaube ge^־ tauft). Er kam mit einem Ränzel an und sah auS wie ein Ziegentreiber. Bei ihm, der träge war und lieber aus dem Fenster sah, wenn die Soldaten vor unserer Wohnung aufzogen und geprügelt wurden, hatten wir es sehr leicht. Er wohnte oben, während unten Witwe Kalman die Oekonomie hatte. Ich verwilderte in diesem Jahre 1805, bis ich buchstäblich keine Hose und keinen ganzen Strumpf hatte. Aber das Rechnen fing mich an anzuziehen* Im Sommer zogen wir Freitag nachmittags nach einem Garten vor dem Harztore: der Gärtner, ein Greis mit blonden Haaren und weißen Zähnen; wir aßen Stachelbeeren und brachten davon mit nach Hause. Zuweilen ging Rüben P. mit uns in den Fluß baden. In der Sefiro 1806 verließ uns der deutsche Michel: in demselben Sommer wurden auch Bauten in unserm Bethhammidrasch vorgenommen, während welcher Zeit wir wechselweise die Nacht aufblieben, zur Zeit nämlich, als die Türen ausgehoben waren. Damals lernten wir wieder bei Beer und eine kurze Zeit schliefen wir auch dort. Damals begann ich ein hebräisch ge: 135