Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Neue Forschungsaufgaben für die Geschichte der Juden im Mittelalter
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 33)
- Language
- German
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methoden aus ersten Quellen geschildert, die geschichtlichen Umstände ihrer Entstehung untersucht und dabei auch den jüdischen Anteil beurteilt: „Höchstwahrscheinlich sind es die Juden gewesen, die als die wichtigsten Vermittler antiker, byzantinischer und orientalischer Wirtschaftsorganisation zuerst das Fürstentum in Europa auf das Monopol als sicher und gut wirkendes Finanzmittel des Staates hingewiesen haben. Die geographischen Bereiche der ältesten Monopole sprechen stark für diese Annahme. Sie liegen in Südfrankreich, Süditalien und Spanien, also in Gebieten, wo jüdische Finanzleute früh eine führende Rolle als finanztechnische Berater der Fürsten zu spielen begannen, eine Rolle, die im übrigen Europa erst im 17. und 18. Jahrhundert ihre größte Ausgestaltung erfuhr. Besonders in dem süditalienischen Reiche des Hohenstaufen Friedrich II. waren die Monopole auf Eisen, Stahl, Rohseide u. s. w. ein bequemes Mittel für diesen Monarchen sich und seinem Staat größere Anleihen bei Juden zu verschaffen. Unzweifelhaft hat neben den Juden und sogar bald über sie hinausragend schon im hohen Mittelalter die zu weltgeschichtlicher Größe emporsteigende christliche, besonders die italienische Kaufmannswelt die kapitalistische Organisationsform des Monopols gut zu handhaben und weiterzubilden gewußt“.54) Handelsgeschichtlich bestätigen die für die Geschichte der mittelalterlichen Wirtschaft und Han- 54) Strieder, Frühkapitalismus (Anm. 49), S. 14. 127