Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Neue Forschungsaufgaben für die Geschichte der Juden im Mittelalter
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3111067-3111126-3118954--7570-3119106- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Forschungswege besser heraustreten als bisher. Es fehlt nicht mehr an zahlreichen, zuverlässig und methodisch gearbeiteten Quellen-Editionen und Monographien über das Vorkommen von Juden im MA. Das Sammelwerk Germania Judaica ist ein Muster solcher Arbeit und kann hoffentlich bald fortgesetzt und für viele andere Länder nachgeahmt werden. Um so stärker empfindet man die Lücke einer großen zusammenhängenden Selbstdarstellung jüdischer Geschichte, die die hier gezeigten Forschungsaufgaben erfüllt. Dagegen ist seit Stobbe (1866) die Rechtslage der Juden in dem Zeitabschnitt doch nicht so vernachlässigt worden, wie man nach den letzten umfassenden Resume des guten Kenners mittelalterlicher Rechtsgeschichte, Guido Kisch47), annehmen muß. Was Kisch als richtige Arbeitsmethode fordert, ist ohne Einschränkung richtig, auch die Lücken, die er zeigt, müssen aufgefüllt werden. Wir können für die Gesamtheit der rechtsgeschichtlichen Fragen innerhalb der Geschichte der Juden im MA auf den Generalbericht von Kisch verweisen. Über methodisch mehr oder minder gelungene Spezialarbeiten zur Rechtslage der Juden ist indes das Kernproblem jüdischen Eigenlebens, auch des wirklichen Verhaltens der Nichtjuden und Juden neben dem Gesetz, also die eigentliche weltgeschichtliche gegenseitige Auseinandersetzung von Juden und Umwelt, allzusehr 47) Guido Kisch, Research in medieval legal history of the Jews, 1936 (Anm. 4). 123