Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Neue Forschungsaufgaben für die Geschichte der Juden im Mittelalter
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 21)
- Language
- German
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schwärmerische romantische Auffassung der „Lex vetus“ bestanden im MA nebeneinander; der Schwebezustand zwischen Abscheu und Romantik um das „Volk Israel“ ist das Charakteristische. Das literar- und kunstgeschichtliche Problem des Streites zwischen Synagoge und Kirche, von Paul Weber schon 1894 in einer klassischen Arbeit behandelt, führt in die Tiefen des so widerspruchsvollen Freund-Feind-Verhältnisses zwischen den Christen und Juden im MA. Der pseudo-augustinische Dialog zwischen Kirche und Synagoge, in Mignes Patrologie noch unter die Werke Augustins unter dem Titel „De altercatione Ecclesiae et Synagogae“ aufgenommen, ist schon 1914 von Jean Juster („Les Juifs dans V Empire Romain“) in die Zeit zwischen 438 und 476 (zwischen der dritten Novelle des Theodosius und dem Auftreten Odoalcers) eingeordnet und auch sonst näher bestimmt worden. Dieser Dialog stand in einer verloren gegangenen Schrift, deren lateinische, ursprünglich Augustin zugeschriebene Übersetzung das Streitmotiv dem Abendland vermittelt hat. Die Rechtfertigung der Synagoge ist darin hoheitsvoll und stolz: sie habe über Könige und Völker in Purpur geherrscht, während die Gegnerin wie eine Bäuerin mit den Heiden in den Wäldern und auf den Bergen das Vieh hütete. Das Streitmotiv kehrt Andreas, Deutschland vor der Reformation, Stuttgart 1932; S. 145; S. 137 ff., 375 ff. — Paul Arendt, Die Predigten des Konstanzer Konzils (1933). — Wilhelm M o 1 s d o r f , Christliche Symbolik der mittelalterlichen Kunst, 2. Aufl., Leipzig 1926. 115 8*