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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1937-01-01 · 30 (1937) · p. Seite 114

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
30 (1937)
Article
Neue Forschungsaufgaben für die Geschichte der Juden im Mittelalter
Date
1937-01-01
Page
Seite 114 (sequence 20)
Language
German
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nach freien persönlichen ästhetischen Stimmungen oder Schönheitsidealen. Vielmehr waltet eine streng vorgeschriebene, christlich-theologisch festgelegte Idee in den Spielen, Plastiken und Gemälden. In der Personifikation des alten und neuen Bundes stellte man das heilsgeschichtliche Ereignis der Ablösung des Judentums durch das Christentum dar. Die Zweideutigkeit, in die der Jude durch das im Römerbrief vorgebildete christliche Dogma geriet, kommt beispielsweise in den steinernen Denkmälern der Kirche wieder zum Vorschein. „Ein Jude, den Mund gierig ans Sau-Euter gepreßt, auf einem Kapitäl im Dom zu Magdeburg (13. Jahrhundert) und dagegen (aus dem gleichen Jahrhundert) Synagoga, sanft geneigt, von schlankem, ebenmäßigem Wuchs, höfisch und anmutsvoll vom schönen Scheitel bis zu den untersten feinen Gewandfalten, am Südportal des Straßburger Münsters“. 85) Haß gegen die Christusmörder und eine 35) H. Pflaum, Die religiöse Disputation in der europäischen Dichtung des Mittelalters. Erste Studie: Der allegorische Streit zwischen Synagoge und Kirche, Genöve- Firenze 1935 (dazu ausführlich Ludwig Feuchtwanger, Zur Geschichte der Juden im Mittelalter in der „Bayer. Israelit. Gemeinde-Ztg.“ 1935; S. 363ff.). Noch nicht überholt ist für das unterschätzte Problem: Paul Weber, Geistliches Schauspiel und kirchliche Kunst, in ihrem Verhältnis erläutert an einer Ikonographie der Kirche und Synagoge, Stuttgart 1894. Vgl. auch die neueste Deutung von Michelangelos Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle durch Don G. Parroni (Rom 1934). — Gottfried Hasenkamp, Das Spiel vom Antichrist, ins Deutsche übertragen, mit einem Nachwort über den Ludus de Antichristo, seine Aufführung und Uebersetzung, 3. Aufl, Münster i. W. 1933. — Hans Carl Holdschmidt, Der Jude auf dem Theater des deutschen Mittelalters, Emsdetten 1935. — Willy 114

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