Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Ein jüdischer Buchmaler des 15. Jahrhunderts
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 10)
- Language
- German
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rein Esel eine Leiter ersteigt46. Im Machsor der ■Nürnberger Stadtbibliothek von 133113) ist sie zu finden, ferner in der berühmten hebräischen Reuchlinbibel14) und im ehemaligen Kodex Sussex15), einer Bibel von 1292, wo sie illustriert sein soll. Auch hier bedient sich der Buchkünstler eines Tierbildes, in Anlehnung wohl an das ironische Sprichwort aus dem Traktat B. Mezia, 38 b: „Kann der Elephant durch ein Nadelöhr?6616) Bekannter ist die Version dieses Sprichwortes, die durch die Evangelien überliefert ist. Dort vertritt den Elephanten ein Kamel. Josef ibn Hayyims Humor ist weniger harmlos. Wir vermögen zwar nicht jede Figur seiner Tierfabel zu deuten, und doch fühlen wir, daß die Glieder der Männer und Frauen, die er gezeichnet hat, ihre Verkrampfung nicht allein den eckigen Buchstabenformen zu verdanken haben, in die sie gegossen erscheinen. Sie verraten eine seelische Verkrampftheit, und vielleicht läßt sich der innere Bruch am deutlich- 13) Machsor der Stadtbibliothek Nürnberg, Ms. IV. 100; fünf Blätter desselben befanden sich in der Bibliothek von Mayer B. Goldschmidt, Frankfurt a. M. Vgl. G. Swarzenski, Die illuminierten Handschriften des Mittelalters und der Renaissance in Frankfurter Besitz, 1929. Bearbeitet von Rosy Schilling. 14) Beermann, Israelitisches Familienblatt, 1925, Nr. 32. 15) Nach David Kaufmann, im Anhang von D. H. Müller und J. v. Schlosser, Die Haggadah von Sarajewo. S. 258. 16) Zitiert nach Jewrejskaja Enziklopedija, unter Zoologie, B. VII, Sp. 854. 93